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đŸ”„ Wenn der Grill kalt bleibt – wie sich der Klimawandel auf Festivals anfĂŒhlt

Beim Traumzeit-Festival in Duisburg war am Wochenende alles dabei: Sonne ☀, Musik đŸŽ¶, ausgelassene Stimmung – und ein kleines Verbot mit großer Aussagekraft.

Wegen anhaltender Trockenheit und erhöhter Brandgefahr durften FestivalgĂ€ste auf dem CampinggelĂ€nde nicht mehr mit Kohle grillen. Nur kleine Gasbrenner auf feuersicherem Untergrund waren noch erlaubt. Das Festivalteam kommunizierte transparent: „Uns sind da leider die HĂ€nde gebunden.“ Und das stimmt – die GefĂ€hrdungslage ergibt sich aus offiziellen Vorgaben, nicht aus WillkĂŒr.

Wenn ĂŒber den Klimawandel und Festivals gesprochen wird, geht es meist um die „großen“ Themen: Extremwetter đŸŒ©ïž, Evakuierungen, Versicherungskosten, technische Infrastruktur. Dabei vollzieht sich der Wandel lĂ€ngst auch im Kleinen – auf dem Zeltplatz, zwischen Grillrost und Gaskartusche.

Was wie eine Randnotiz erscheint, zeigt aus Sicht der Festivalforschung: Der Klimawandel verĂ€ndert kulturelle Praxis – spĂŒrbar, konkret, jetzt.

Wenn gewohnte Rituale wie das Grillen wegfallen, betrifft das nicht nur die Logistik. Es verĂ€ndert das soziale Erleben von Festivals, die Art, wie Gemeinschaft entsteht, und die Erwartungen ans „typische FestivalgefĂŒhl“.

In unseren Studien zu nachhaltigem Verhalten auf Festivals und zur Wirksamkeit von Nudging-AnsĂ€tzen beobachten wir, wie Veranstaltende auf neue KlimarealitĂ€ten reagieren – oft leise, aber mit wachsender Konsequenz.

Doch die zentrale Frage bleibt:
👉 Wenn das Thema Nachhaltigkeit bei FestivalgĂ€ngern weiterhin kaum Interesse weckt, wie wir nachweisen konnten – machen sie sich damit auf lange Sicht ihre eigenen Festivals kaputt? (Link zu unserer Studie an der IST-Hochschule fĂŒr Management)
👉 Wie sehr mĂŒssen sich Festivals kulturell neu erfinden, um unter Klimabedingungen ĂŒberlebensfĂ€hig zu bleiben?

Klimaanpassung ist kein abstraktes Zukunftsthema. Sie passiert – im Schatten der BĂŒhne, am Rand des Zeltplatzes. Und sie stellt uns alle vor neue Fragen.

Published inKommunikation und MarketingNachhaltigkeitSecurity, Safety und Awareness

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