Anlass fĂĽr diesen Post ist eine aktuelle sozialwissenschaftliche Studie, die untersucht hat, wie Fotografieren und Filmen bei Konzerten sozial wahrgenommen wird.
Das Ergebnis: Menschen, die während eines Live-Erlebnisses dauerhaft dokumentieren, werden von anderen als weniger präsent wahrgenommen – und teilweise sogar sozial gemieden.
Und genau hier wird es spannend. Denn aus anderen Studien – und aus der Festivalpraxis – wissen wir zugleich:
📱 Für viele gehört das Filmen, Fotografieren und Posten längst zum Erleben dazu.
📵 Ohne Bild kein Beweis, ohne Story keine Erinnerung, ohne Post kein „Ich war da“.
Wir haben es also mit einem Widerspruch zu tun:
👉 Für einen selbst ist das Smartphone Teil des eigenen Erlebnisses.
👉 Bei allen anderen wirkt genau dieses Verhalten schnell störend.
Die aktuelle Studie macht deutlich: Dieses Spannungsfeld ist kein Randphänomen, sondern eine soziale Dynamik kollektiver Erlebnisse.
Interessant ist: Die Branche kennt dafür seit Jahren eine implizite Lösung. Professionelle Konzertfotos dürfen aus dem Fotograben direkt vor der Bühne nur in den ersten drei Songs – und ohne Blitz! – gemacht werden.
👉 Heißt: 3 Songs no flash.
Keine Technikfeindlichkeit, sondern eine Balance-Regel:
✔️ Dokumentation zulassen
✔️ Präsenz ermöglichen
✔️ den kollektiven Moment schützen
Genau diese Grenze beschreibt nun auch die Forschung: Ein paar Fotos? Akzeptiert. Dauerhafte Dokumentation? Sozial problematisch.
Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, warum Professionalisierung im Festival- und Eventmanagement mehr ist als Logistik und Sicherheit. Es geht auch um soziale Wahrnehmung, implizite Regeln und kluge Kommunikation 🎶
Vielleicht brauchen wir also weniger Schwarz-Weiß-Debatten („Handy gut / Handy schlecht“) – und mehr reflektierte Rahmenbedingungen für ein gemeinsames Erleben, das beides zulässt: Erinnerung und Präsenz.
đź’ Wie erlebt ihr diesen Widerspruch?
➡️ Gehört Filmen für euch zum Erlebnis dazu?
➡️ Und ab wann nervt es euch bei anderen?


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