Bei ihrem Konzert am vergangenen Sonntag in der Live Music Hall in Köln verkaufte die französische Band IGORRR – ein extrem-avantgardistisches Musikprojekt zwischen Metal, Breakcore und Barockmusik – ein ganz besonderes Merchandise: Toilettenpapier mit echten Hate-Kommentaren aus den sozialen Medien.
Was auf den ersten Blick absurd wirkt, ist auf den zweiten eine brillante Kommunikationsstrategie. IGORRR verwandeln digitale Hate-Speech in ein analoges Merch-Produkt – und zeigen, wie künstlerische Selbstermächtigung heute aussehen kann:
🧩 Reframing: Kritik wird nicht abgewehrt, sondern umgedeutet und verliert ihre Macht.
💬 Selbstbestimmung: Die Band entscheidet, wie über sie gesprochen wird – nicht die Kommentarspalten.
🎨 Markenlogik: Humor, Ironie und Provokation fügen sich nahtlos in die künstlerische DNA von IGORRR ein.
🤝 Community-Building: Wer das versteht, fühlt sich der Band umso näher.
Für mich als Festivalprofessor und Professor für Kommunikationsmanagement ist das ein Paradebeispiel dafür, wie Musicacts strategische Kommunikation intuitiv meistern:
Sie reagieren auf Polarisierung nicht mit Abwehr, sondern mit Kreativität – und machen aus Hate ein Symbol ihrer künstlerischen Souveränität.
💡 Kreative Resilienz kann manchmal wirksamer sein als jede Imagekampagne.


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