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Flickenteppich Awareness-Codes: Von „Wo geht’s nach Panama“ bis „Ist Luisa hier?“

Zu Gast bei radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb): Thema des Interviews waren das Sicherheitsgefühl auf Musikfestivals, Awareness-Arbeit und die Frage, welche Schutzkonzepte in der Praxis tatsächlich helfen.

Anlass war der neue, inzwischen fünfte Band unserer Reihe „Studien zum Festivalmanagement“: „Sicherheitsgefühl und Awareness auf Musikfestivals – Wahrnehmung, Kommunikation und Schutzkonzepte für FLINTA*-Personen in Festival- und Clubkultur“. Die Reihe gebe ich gemeinsam mit Tom Naber heraus.

Die vier darin versammelten Studien, verfasst von Mirjam Abt, Milena Butke, Lena Perzinger und Patrick Wiegand, zeichnen ein differenziertes Bild: Die meisten Menschen fühlen sich auf Festivals grundsätzlich sicher. Gleichzeitig ist dieses Sicherheitsgefühl nicht gleich verteilt. Besonders die Sorge vor sexualisierter Belästigung und Übergriffen kann beeinflussen, wie frei und unbeschwert Menschen eine Veranstaltung erleben.

Im Interview ging es auch um Awareness-Konzepte und Codewörter wie „Ist Luisa hier?“ oder „Wo geht’s nach Panama?“. Solche Codes können im Einzelfall einen diskreten Zugang zu Hilfe ermöglichen. Problematisch wird es jedoch, wenn jede Veranstaltung mit einem anderen Code arbeitet; das ist fallweise auch notwendig, weil bspw. der Luisa-Code marken- und lizenzrechtlich geschützt ist.

Für Menschen, die ein Festival zum ersten Mal besuchen oder sich in einer akuten Stresssituation befinden, kann dieser Flickenteppich an Awarenss-Codes selbst zur Barriere werden. Ich forderte im Interview deshalb eine Vereinheitlichung, wie wir sie auch vom telefonischen Notruf kennen!

Ein Hilfesystem darf nicht erst erklärt oder auswendig gelernt werden müssen – es muss bekannt sein. Hilfe sollte auch ohne Vorwissen sichtbar, verständlich und niedrigschwellig erreichbar sein.

Der Sammelband vereint vier aktuelle Masterarbeiten aus unterschiedlichen Hochschulkontexten. Nicht alle sind an der IST-Hochschule für Management entstanden oder von mir betreut worden. Die Arbeit von Patrick Wiegand wurde sogar mit dem Student Award des Vereins zur Förderung der Sicherheit von Großveranstaltungen e. V. ausgezeichnet. So wie auch schon die Masterarbeit Katharina Scariot zum Thema Awareness und subjektives Sicherheitsempfinden, die 2024 in unserer Reihe veröffentlicht wurde. Das zeigt nicht zuletzt, wie intensiv sich Studierende mit diesem relevanten Thema beschäftigen.

Gleichzeitig steht die Forschung in Deutschland noch am Anfang. Deshalb bereiten wir aktuell auch weitere Studien vor. Denn für Festivalsicherheit gilt wie alle Themen im Festivalmanagement: Ihre Wirksamkeit sollte evidenzbasiert überprüft werden.

Vielen Dank an radioeins vom rbb für das Gespräch und die Möglichkeit, diese Forschung einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Nahaufnahme eines Mannes, der lächelnd in ein Mikro spricht.
Published inForschung und LehreSecurity, Safety und Awareness

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